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Gelebte Gnade

"Gnade ist die Quelle, Glaube die Bedingung des Heils."

John Wesley (1703 - 1791)

100 Jahre Matthäuskapelle Bümpliz

Vom Sonntag, 28. August 2016 bis zum Sonntag, 2. Juli 2017 feierte die EMK Bern das 100-jährige Bestehen der Matthäuskapelle in Bümpliz. Die Jubiläumsveranstaltungen umfassten 10 besondere Gottesdienste, verteilt auf ein Jahr.

Seit 100 Jahren bietet die Matthäuskapelle Raum. Raum für Menschen. Raum für Gott. Raum für Inhalte. Darüber dachten wir in den Jubiläumsgottesdiensten nach. Wir feierten das Dasein von Raum: als EMK in Bümpliz, als EMK in Bern und immer wieder auch zusammen mit Gästen.

 

Auf dieser Webseite finden Sie einen Rückblick auf die Jubiläumsfeierlichkeiten: Texte aus dem "Bezirksfenster" beziehungsweise aus dem "Fenster der EMK Bern", Berichte zu den besonderen Gottesdiensten sowie Bilder und Dokumente.

 

Während des Jubiläumsjahres waren verschiedene Fotos und Dokumente hinten im Kirchenraum ausgestellt. Sie wurden von Gemeindegliedern zur Verfügung gestellt und bereichern nun diese Dokumentation.

 

Zusammenstellung der Texte: Theo Rickenbacher

 

 

Das Jubiläumsprogramm

 

 

 Für die Ansicht des 4-seitigen Programms bitte hier klicken

 

 

100 Jahre Matthäuskapelle Bümpliz

Postkarte der Matthäuskapelle

Am ersten Augustsonntag vor hundert Jahren, es war der 6. August 1916, wurde die Matthäuskapelle als „Vereinshaus“ der damaligen Evangelischen Gemeinschaft (der heutigen Evangelisch-methodistischen Kirche) eingeweiht. Der Kapellenbau war das wohl bedeutendste Ereignis in der Geschichte der freikirchlichen Gruppierung in ihrem ganzen bis heute 143-jährigen Bestehen. Jetzt war Raum da für das vielfältige Leben der Gemeinde.

 

Begonnen hatte die Arbeit in Bümpliz im Jahre 1873 mit Gottesdiensten in einer Stube. Später richtete Christian Zürcher in seinem Haus an der Bahnhofstrasse (heute Bümplizstrasse) einen Saal ein, der etwa 80 Personen fasste. Da die Gemeinde bald unter Raumnot litt, liess Christian Zürcher an der Bernstrasse das „Vereinshaus“ bauen. Neben den Gottesdiensten für Erwachsene wurde (im Anschluss daran) auch die Sonntagschule für Kinder gehalten. Die Sonntagschule war es auch, welche die Grösse des Gotteshauses bestimmte. In ihrer Blütezeit soll es eine sechshundertköpfige Kinderschar gewesen sein.

 

Ein reges Leben von Gemeindegruppen entwickelte sich in der Kapelle. 1895 nahm ein gemischter Chor seine Arbeit auf, 1915 ein Männerchor. Die Adventskonzerte des gemischten Chors fanden im Dorfleben von Bümpliz gute Beachtung. Ende der 40-er-Jahre schaffte der Männerchor es mit seinen rund 30 Sängern sogar ins Radiostudio Bern zu Live-Übertragungen am Sonntagmorgen. Im Laufe der Zeit entstanden zwei Frauengruppen und eine Männergruppe, die alle bis zum heutigen Tag wichtige Zellen des Gemeindelebens sind. Es gab einen aktiven Jugendbund sowie eine Mädchen- und eine Knabenjungschar, die als Jungschar „Arcus“ für Buben und Mädchen ebenfalls heute noch einen gesegneten Dienst tut.

 

Fest zum Gemeindeprogramm gehörten während vieler Jahre die Evangelisations- und Besinnungswochen sowie die Bibelstunden. In den Bibelstunden wurden einzelne Teile der Bibel intensiv studiert, als Beispiel im Jahr 1984 unter der Leitung von Hans Bickel der Hebräerbrief. Diese Bildungsarbeit wird heute durch sporadische Kurse weitergeführt.

Eine grosse Zahl von Kindern durchlief den kirchlichen Unterricht und schloss ihn mit einer Segnungsfeier ab (Konfirmation). Im Bericht von Heinz Stirnemann an die Bezirkskonferenz vom 1. Dezember 1969 sind 16 Unterrichtskinder in Bümpliz und 5 in Wahlendorf vermerkt. Die Erntedankfeste gehörten ebenfalls zu den jährlichen Höhepunkten. Das gemeinsame Gebet, heute noch wöchentlich am Dienstagmorgen, war immer eine wichtige Grundlage.

 

Allianz und Ökumene waren prägende Bezugspunkte für die Gemeinde in Bümpliz. Nach einer kurzzeitigen Pause wurden ab 1959 im Winter wieder Allianzveranstaltungen mit der Landeskirche, der Evangelischen Gesellschaft und dem Blauen Kreuz aufgenommen. Ab 1973 ersetzten ökumenische Gottesdienste die Anlässe der bisherigen „Allianzgebetswoche“ im Januar. Mit Stolz wurde vermerkt, dass in diesem Rahmen nun erstmals ein katholischer Seelsorger in der Matthäuskapelle in der Verkündigung diente. Bald wurde die Matthäuska-pelle ein Ort, an dem immer die ökumenischen „Bümplizer“ Abendgebete in der Advents- und in der Passionszeit stattfanden und ebenso im Turnus ein Ort für die jährlichen Weltgebetstagsfeiern und Bettagsgottesdienste.

 

Die Gemeinde Bümpliz bildete zusammen mit vielen Aussenstationen einen Bezirk mit pulsierendem Leben. Im Jahr 1965 gehörten die Stationen Thörishaus, Wahlendorf, Oltigen und Radelfingen dazu, bis kurz vor diesem Zeitpunkt auch Oberwangen. Es waren einzelne Familien, die an diesen Orten das Zentrum bildeten. In Oberwangen Familie Bürki, in Wahlendorf Familie Zingg, in Radelfingen die Familien Barth und Grunder. In Oberwangen wurde in den 30-iger Jahren eine Kapelle gebaut, die nach 30 Jahren wegen Wegzug der jungen Ge-neration aufgegeben werden musste. Im Jahr 1975 wurde in Wahlendorf eine einfache Holzkapelle errichtet. An der Bezirkskonferenz vom 5. September 1975 wurde die Abrechnung dazu in der Höhe von 41‘097.00 Franken genehmigt. Auch diese Kapelle diente während rund 30 Jahren als Raum für Gottesdienste, Sonntagschule und Bibelstunden.

 

 

Prediger und Pfarrer/Pfarrerinnen

Bis zum Jahr 1916 wurde die Predigtstation Bümpliz von den Predigern der Zionskapelle an der Nägeligasse bedient. Durch Beschluss der Jahressynode 1916 wurde der Gemeinde Bümpliz ein eigener Seelsorger zugeteilt.

Seit da dienten folgende Prediger auf dem Arbeitsfeld Bümpliz (heute Pfarrer/Pfarrerin):

   1916-1918 Abraham Zryd

   1918-1921 F.W. Pörschke

   1921-1926 Emil Würsten

   1927-1931 Johann Wenger

   1931-1937 Eugen Hartmann

   1937-1941 E.W. Güttinger

   1941-1944 Otto Brunner

   1944-1952 Adolf Bertschi

   1952-1958 Gottfried Hasler

   1958-1967 Theo Bertschi

   1967-1978 Heinz Stirnemann

   1978-1988 Hans Bickel

   1988-1990 Ruedi Hasler

   1990-2000 Robert Seitz

   2000-2005 Martin Roth

   2005-2009 Annemarie Studer

   2009 Theo Rickenbacher

Seit dem Zusammenschluss der Berner EMK-Gemeinden zum „Bezirk Bern“ im Jahr 2003 waren folgende Pfarrerinnen und Pfarrer teilweise mit zuständig für die Gemeinde Matthäus in Bümpliz:

   Gunnar Wichers (2003-2015)

   Elsi Altdorfer (2003-2005) 

   Bruno Walter (2005-2007)

 

 

Robert und Margrit Seitz
Martin und Edeltraud Roth

Die Matthäuskapelle - eine kleine Baugeschichte

Die Baugeschichte der Matthäuskapelle in Bümpliz, nach einem Gespräch mit Erwin Baumann. Als Baufachmann amtete er während 30 Jahren als Verwalter der Matthäus-kapelle. Mit Ergänzungen aus alten Protokollen. Zusammenstellung: Theo Rickenbacher

 

  • 1962 Aussenrenovation. Änderung des Gebäudenamens in Matthäuskapelle.
  • 1968 Eine Teeküche wird im Untergeschoss eingebaut.
  • 1969 Umbau des Predigtsaals nach Plänen des Architekten Gisin. Abbruch der strassenseitigen Empore. Neuer Steinplattenboden. Ersatz der alten schwarzen Bänke, die bei warmem Wetter immer dunkle Flecken auf den Hemdenrücken hinterliessen. Der Wunsch nach Anschaffung von Stühlen setzte sich nicht durch. Einbau der Kassetten-Decke, bei der man bei Betrachtung von der Empore her ein Kreuz erkennen kann. Für die Kosten von 157‘846.80 Franken mussten bei der Abrechnung nur 42‘000.00 Franken als Darlehen bei der Zentralverwaltung aufgenommen werden. Die Gottesdienste fanden während der 5-monatigen Umbauzeit am Sonntagabend in der Reformierten Kirche Bümpliz statt.
  • 1972 Erneuerung des Zugangs, Neugestaltung des Vorplatzes.
  • 1973 Einrichtung von Gemeindestube und Pfarrbüro in der Parterrewohnung im Wohnhaus Bernstrasse 68.
  • 1974 Einbau einer Orgel mit 10 Registern. Kostenvoranschlag: 61‘000.00 Franken exklusive Gehäuse. Die Orgel löste das Harmonium ab mit dem darauf stehenden Blumenstrauss, der beim „Fortissimo“ jeweils bedrohlich ins Wackeln geriet.
  • 1976 Die Predigerwohnung wird über dem Saal eingebaut, mit Ausbau des Dachstocks. Vorher waren dort zwei kleine Wohnungen.
  • 1981 Fassadenrenovation, Dachboden-Isolation Haus 68, Täferungen.
  • 1985 Der Jugendraum wird unter dem Kapellenraum eingebaut. Der Ersatz der Öl- durch eine Gasheizung schafft Platz. Die Gemeindejugend erstellt den Raum grösstenteils in Eigenleistung, unter der Leitung von Samuel Richner.
  • 1989 Neuer Farbanstrich im Kapellenraum, Renovation der Wohnungen im Haus Nr. 68 und der Pfarrerwohnung.
  • 1994 Neue Fenster und Fensterläden im Wohnhaus Bernstrasse 68.
  • 94/95 Auf dem Vorplatz der Kapelle steht eine Holz-Skulptur von Schang Hutter zum Thema Menschenrechte im Rahmen einer Ausstellung in Bümpliz. Die mit einer Kette zusammengebundenen nackten Menschengestalten vor dem Kapelleneingang erregen die Gemüter.
  • 2015 Renovation der Pfarrerwohnung

 

 

100 Jahre Raum für Gott

Sonntag, 28. August 2016

 

Der erste Jubiläumsgottesdienst war für die EMK Bern Matthäus selbst bestimmt. Eingeladen waren aber die ehemaligen Pfarrerinnen und Pfarrer, die hier ihren Dienst taten.

Robert und Margtit Seitz konnten der Einladung Folge leisten und beehrten uns mit ihrem Besuch und einem Grusswort. 

Andere Ehemalige waren verhindert und stellten einen Besuch zu einem anderen Zeitpunkt in Aussicht: Martin und Edeltraud Roth, Annemarie Studer und Elsi Altdorfer. 

Per E-Mail trafen Grüsse von Ruedi Hasler und Bruno Walter ein.

Heinz Stirnemann war leider kurz vor dem Jubiläumsgottesdienst verstorben.

 

Gunnar und Christa Wichers sandten einen schriftlichen Gruss, der im Gottesdienst verlesen wurde:

"Liebe EMK-ler von Bümpliz, wir danken euch herzlich für die Einladung zum 100-jährigen Jubiläum der Matthäus-Kapelle am 28.8.2016! 

Ferienhalber können wir leider nicht dabei sein. Doch wünschen wir euch einen gesegneten Sonntag mit vielen Gästen und vielen schönen Erinnerungen. Auch wir haben viele gute Erinnerungen an die Zeit auf dem Bezirk Bern, als ich auch Pfarrer der Matthäusgemeinde war. Ich habe gern bei euch gepredigt, habe die Diskussionen und Gespräche über meine Predigten und andere geistlichen Inputs geschätzt. Gern denke ich an die Ferienwochen in der Alpina zurück, in denen wir gespielt und gelacht haben. Ja, es war eine gute Zeit mit euch und bei euch!

Gott segne euch auch in den nächsten Jahren. Er lasse am Gemeindebaum weitere Äste wachsen, die Frucht bringen für viele Menschen.

Seid alle herzlich gegrüsst!

Gunnar und Christa

 

 

100 Jahre Raum zum Feiern

Erntedankfest im Vereinshaus

Sonntag, 25. September 2017

 

Den zweiten Jubiläumsgottesdienst feierten wir als ganzer Bezirk Bern.

Die Distriktsvorsteherin Claudia Haslebacher hielt die Festpredigt zum Thema "Das Leben feiern". Sie erinnerte uns daran, dass es sich nicht innerhalb von Mauern abspielt, wenn wir Menschen Raum geben. Es spielt sich im Leben der Menschen ab, wenn wir zu ihnen hingehen.

 

Wir blickten im Gottesdienst in zweifacher Richtung auf das reiche Gemeindeleben der EMK in Bümpliz.

Zuerst ging der Blick zur Vielgestaltigkeit und zum Reichtum des Feierns.

   Gottesdienste dürften es um die 5'500 gewesen sein, die hier schon gefeiert wurden.

   Viele Trauungen fanden hier statt,

   ungezählte Taufen,

   beinahe jedes Jahr Konfirmationen (Segnungsfeiern zum Abschluss des Unterrichts),

   aber auch manche Feier zum Abschied von Verstorbenen.

   Zu den Höhepunkten gehörten sicher die jährlichen Erntedankfeste,

   bis vor kurzem mit der vorgängigen Erntedank-Kaffeestube am Samstag.

Die Liste der Feiern kann weiter verlängert werden: 

   Jahreswechsel, Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Pfingsten

   über 500 Abendmahlsfeiern 

   Musikalische Feiern,  Adventskonzerte der Chöre

   Ökumenische Feiern:  Weltgebetstag, Abendgebete in der Passions- und Adventszeit.

In allem Feiern ging es letztlich um Gott, der dem Leben Raum gibt und den wir miteinander feiern.

 

Als zweites ging der Blick dahin, die Arbeit in der Matthäuskapelle als Teil einer vielgestaltigen EMK-Präsenz in Bern zu sehen.

Bis 1916 war Bümpliz eine "Aussenstation" von Bern-Zion, ab 1919 mit eigener Kapelle und eigenem "Prediger" / Pfarrer. 

Die Präsenz in diesem Stadtteil mit seiner rasanten Entwicklung und mit seinen sozialen Brennpunkten war und ist wichtig für die EMK in Bern. In den früheren Jahren war Bern West das Quartier mit den vielen Arbeiterinnen und Arbeitern, heute ist es das Quartier mit den vielen Ausländerinnen und Ausländern.

Die EMK-Gemeinden in Bern führten von Anfang an gemeinsame Arbeitsbereiche, namentlich im Bereich von Unterricht und Jugendarbeit, aber auch in der Altersarbeit. Der Bau eines EMK-Altersheimes war ein lange verfolgtes gemeinsames Anliegen. Zusammen mit dem Diakoniewerk Bethanien als starkem Partner konnte der Traum vor 50 Jahren mit dem Bau des Weyerguts in Wabern realisiert werden.

 

 

 

100 Jahre Raum zur Begegnung

Sonntag, 13. November 2016

 

Zum dritten Jubiläumsgottesdienst luden wir Gäste aus den Kirchen ein, mit denen wir in der ökumenischen Zusammenarbeit verbunden sind. Ebenso schrieben wir Persönlichkeiten aus der Öffentlichkeit an, mit uns zu feiern.

 

Angelo Lottaz überbrachte uns ein Grusswort von den römisch-katholischen Geschwistern von St. Anton in Bümpliz. Als Zeichen der Verbundenheit warf er uns den links abgebildeten freundschaftlichen (Bau-) Stein in den Garten.

Namens der Reformierten Kirchgemeinde Bümpliz überbrachte uns Adelheid Heeb die Grüsse. Sie brachte einen grossen Brotlaib mit als Zeichen für das eine Brot, das wir essen und für den einen Leib, den wir bilden. Das Brot bereicherte den Kirchenkaffee und machte auch dort die gute Verbundenheit sichtbar, die wir in der Ökumene in Bümpliz leben.

 

Von den Eingeladenen aus der Öffentlichkeit besuchte Matthias Stürmer, EVP-Stadtrat aus Oberbottigen, unseren Gottesdienst und begegnete uns im anschliessenden Kirchenkaffee. 

 

Der Stadtrat liess uns durch den Stadtschreiber Dr. Jürg Wichtermann ausrichten: "Der Gemeinderat dankt Ihnen für die Einladung vom 11. Oktober 2016 betreffend 100 Jahre Matthäuskapelle in Bümpliz ... Infolge anderweitiger Verpflichtungen ist die Teilnahme einer Delegation des Gemeinderates leider nicht möglich. Für die Durchführung des Anlasses wünscht Ihnen der Gemeinderat viel Erfolg."

 

Vom Generalsekretaritat der Justiz-, Poilzei- und Kirchendirektion schrieb die Lernende Samira Weber folgende Mail: "Besten Dank für die Einladung zu 100 Jahre Raum zur Begegnung vom 13. November 2016 in Bümpliz. Wir wünschen Ihnen alles Gute zu Ihrem Jubiläum und wünschen gelingende Anlässe. Herr Regierungsrat Christoph Neuhaus wird leider nicht anwesend sein können. Deshalb bitte ich Sie, Herrn Neuhaus zu entschuldigen. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag."

 

 

 

100 Jahre Raum für Musik

Adventskonzert 1993 mit dem Chor
Männerchor 1956

Sonntag, 12. Februar 2017

 

100 Jahre Raum für Töne. Ein Rückblick auf die Vielfalt der angeschlagenen Töne. 

Seit 100 Jahren besteht die Matthäuskapelle. Seit 100 Jahren wird dieser Raum gefüllt mit Tönen. Das ist eigentlich das bedeutungsvollste hier drin: Es tönt hier drin! Es sind Töne, die dem Ton der Gnade Gottes einen Widerhall geben. Die Töne nehmen Gottes Ton der Gnade auf und spiegeln ihn vielfältig zurück.

Die Töne hier sind wirklich vielfältig: An erster Stelle steht das Singen. Ich habe gezählt. Ein Lied besteht etwa aus 50 Tönen (1 Strophe). Bei 4 Liedern à 3 Strophen ergibt das pro Gottesdienst 600 Töne, die gesungen werden. Wenn 50 Leute da sind und singen, sind das 30‘000 Töne, die erzeugt werden, in einem Gottesdienst! 5000 Gottesdienste wurden hier gefeiert: 150‘000‘000: 150 Mio Töne allein beim Singen erzeugt!

Das zweite ist die Orgel, vorher während 58 Jahren das Harmonium. Die Orgel macht die Töne begleitend zum Singen. Aber auch als Soloinstrument mit Eingang, Ausgang und Zwischenspiel. Tonabfolgen, Harmonien in unendlicher Vielfalt, sind hier schon erklungen, von der Orgel, dem Harmonium und vom Klavier.

Aber das ist noch lange nicht alles: Es gab einen gemischten Chor und einen Männerchor. (Wer von den Anwesenden hat noch aktiv gesungen?) In den Chorproben und Gottesdiensten sind die Töne und Harmonien erklungen! Bis vor kurzem hat hier der Bandchor Crescendo geübt. Ein Gospelchor mit Klavier, Bassgitarre und Schlagzeug. In dieser Gemeinde gibt es den Flötenchor. Ich kenne keine Gemeinde sonst mit einem Flötenchor. Ich freue mich, dass der Flötenchor auch etwas beiträgt zur Vielfalt dieses Gottesdienstes!

Noch vielfältige andere Töne erklingen hier: - Die Band im Abend-Gottesdienst. Neuere Töne, mit Gitarren, Geige, Schlagzeug, Perkussions-Instrumente.

- Und immer wieder Gäste, die besondere Töne in diese Räume gebracht haben: Panflöte, Trompete, Kammermusik, Die Voices, das Gospel-Ensemble von Radostin Papasov, usw. usw. Alle hier erklungenen Töne sind Töne zu Gottes Ehre!

 

 Aus John Wesleys Anweisungen zum Singen 1761

Lerne diese Melodien, bevor du irgendwelche anderen lernst. Nachher kannst du so viele andere lernen, wie du willst.

Singe die Lieder exakt so, wie sie hier gedruckt sind, ohne sie irgendwie zu verändern oder zu verbessern. Wenn du gelernt hast, sie anders zu singen, verlerne das, so schnell du kannst.

Sing ALLE Lieder. Sieh zu, daß du so häufig wie möglich an den Versammlungen teilnimmst. Lass dich nicht in geringstem Masse daran hindern von Schwäche oder Müdigkeit. Wenn es dir ein Kreuz zu sein scheint, nimm es auf dich, und es wird dir zum Segen werden.

Sing mit Elan und mit gutem Mut. Hüte dich davor, zu singen als wärst du halbtot oder im Halbschlaf; erhebe hingegen deine Stimme mit Kraft. Sei jetzt nicht in grösserem Mass ängstlich oder beschämt, deine Stimme zu erheben als damals, als du noch die Lieder des Satans gegrölt hast.

Sing bescheiden. Brülle nicht, um besser gehört zu werden oder um dich vom Rest der Gemeinde abzuheben, damit du nicht die Harmonie zerstörst. Bemühe dich, deine Stimme so einzufügen, dass es zusammen einen klaren, melodiösen Klang ergibt.

Sing im richtigen Tempo. In welchem Tempo auch immer gesungen wird, sei sicher, daß du es hältst. Jage nicht voraus noch hinke hinterher, bleibe nahe an den führenden Stimmen, singe so präzise mit ihnen wie du kannst; und paß auf, daß du nicht zu langsam wirst. Das ist die Unart aller die faul sind; es ist höchste Zeit, das bei uns auszutreiben und all unsere Lieder genauso schnell zu singen wie am Anfang.

Sing vor allem geistlich. Schau auf Gott bei jedem Wort, das du singst. Strebe danach, mehr Ihm zu gefallen als dir selbst oder irgendeiner anderen Person. Damit dir das gelingt, achte genau auf den Sinn von dem, was du singst. Und schau, dass dein Herz nicht vom Klang weggetragen wird, sondern dass es unablässig Gott gehört. So wird dein Singen sein, wie es dem Herrn gefällt. Er wird es dir vergelten, wenn er kommen wird in den Wolken des Himmels.

 

 

100 Jahre Raum für Kinder und Jugendliche

Am Sonntag, den 12. März 2017

feierten wir in der Matthäuskapelle in Bümpliz einen weiteren Jubiläumsgottesdienst - diesmal zum Thema 100 Jahre Raum für Kinder und Jugendliche. Auch dieser Gottesdienst hatte seinen eigenen Charakter. Mehr als in allen vorangehenden kam die Veränderung der Gemeinde in diesen hundert Jahren deutlich zum Ausdruck. Leute, die damals bei der Einweihung der Kapelle dabei waren, hätten uns jetzt kaum als Gemeinde wiedererkannt, hätten wir uns nicht in denselben Räumlichkeiten versammelt. Vor hundert Jahren war es gerade die Anzahl der vielen Kinder und Jugendlichen, die es nötig machte, eine Kapelle zu bauen - während heute die Räumlichkeiten für uns als „grosszügig“ benannt werden müssten. Man mag das bedauern, muss es jedoch akzeptieren. Schön ist es, dass wir noch eine Sonntagschule haben. Deren Lehrerinnen geben sich enorm grosse Mühe, die Zeit mit den Kindern gut zu verbringen. Leider ist das Bedürfnis der Kinder hier im Dorf, in diese Schule zu kommen, sehr klein.

Der Gottesdienst in Musik, Lied und Wort stellte die Kinder ins Zentrum. Kinder sind - laut Jesus - nicht unfertige Erwachsene oder nur die Zukunft der Gemeinde. Sie sind ganze Menschen und in Vielem den Erwachsenen sogar ein Vorbild. Natürlich müssen sie in Wissen und Erfahrung noch Vieles dazulernen, aber „ihre Kerze“, wie sich Theo Rickenbacher äusserte, ist noch wenig abgebrannt. Da ist noch viel Potenzial vorhanden, denn sie kann noch lange leuchten.

Die Sonntagsschul-Kinder waren an diesem Morgen mit ihren Lehrerinnen wie gewohnt unter sich, doch sie organisierten und bewirteten die Erwachsenen nach dem Gottesdienst im „Chilekafi“. Von den Jungschärlern war eine grössere Gruppe des Leiterteams da. Sie erzählten uns in Wort und Bild aus der 50-jährigen Arbeit mit den Jugendlichen. Es ist eine aufgestellte Gruppe, die sehr ansteckend wirkt.

Alles in allem war es ein sehr schöner Gottesdienst. Möge die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen noch viele, viele Jahre weitergehen. Und das zusammen mit unserem Herrn Jesus Christus.

Andreas Frösch

Konfirmation 1957
Konfirmation 1971
Sonntagschulweihnachten 1988
Sonntagschulweihnachten 1995
Sonntagschulweihnachten 1996
Jungschar Mai 96
JB-Programm 1952
JB-Programm 1961
JB-Programm 1961

100 Jahre Raum für Frauen

Jubiläumsgottesdienst vom Sonntag, 9. April 2017

Eigentlich müsste es heissen: 2000 Jahre Raum für Frauen. Denn es war Jesus, der damit begonnen hatte. Er gab Frauen den ihnen gebührenden Raum. Gleichwertig. Eigenständig. Weil Gott den Menschen als Mann und Frau zu seinem Bild geschaffen hat. Zusammen. Die Kirche hat Frauen oft nicht den Raum zugestanden, den Jesus ihnen gegeben hatte.

Und wie war das in der Matthäuskapelle, dessen 100-jähriges Bestehen wir feiern? Der Jubiläumsgottesdienst brachte zum Ausdruck: Frauen spielten hier immer eine wichtige, tragende Rolle für das Gemeindeleben. Frauen waren „Herz und Seele“ und haben das Gemeindeleben über weite Strecken gestaltet und getragen. Sie haben Beziehungen gelebt, Gruppen geleitet, zu Tisch geladen, den Raum geschmückt, gebetet. Frauen waren da. Auch mit ihren Ecken und Kanten, mit ihren Hüten und Eistorten, wie im Gottesdienst schmunzelnd erzählt wurde.

Frauen waren schon immer da. Das wurde aus den Texten, Liedern und Gedanken deutlich, die Christine Maurer mit den Frauen vom Frauenabend ausgesucht hatte. Die Mirjam aus dem Alten Testament, die Maria aus dem Neuen Testament. Sie waren befreite Frauen. Gott hatte sie angesehen. Sie standen in direkter unmittelbarer Beziehung zu Gott. Das machte sie unabhängig. Sie waren frei, ihre Seele zu erheben und Gott zu loben, wie die Maria es tat. Sie waren frei, die Pauke zu nehmen und im Reigen für Gott zu tanzen, wie die Mirjam es tat. Sie waren frei, für Gott zu leben.

Etwas von dieser Freiheit der von Gott angesehenen Menschen ist mir im Jubiläumsgottesdienst „100 Jahre Raum für Frauen“ entgegengeweht.

Danke den Frauen, die sich so stark für diesen Gottesdienst engagiert haben! Es war eine gute, wohltuende Frauenpower, die hoffentlich noch oft und immer wieder neu in der Matthäuskapelle zu erleben sein wird!

Theo Rickenbacher

 

 

100 Jahre Raum für Männer

Domino-Segnungsfeier und "100 Jahre Raum für Männer"

Zweitletzter Jubiläumsgottesdienst zu „100 Jahre Matthäuskapelle“ und gleichzeitig Segnungsfeier zum Abschluss des kirchlichen Unterrichts – dies alles passiert am Sonntagmorgen, 14. Mai 2017 – und erst noch am Muttertag. Matthias Fankhauser meint zu dieser Erkenntnis, dass die Männer heute für den Kirchenkaffee besorgt sein werden und absolut keine Frau bei den Vorbereitungen helfen dürfe.

Matthias Fankhauser, Pfarrer der EMK Bern und zusammen mit einem Team zuständig für Domino, stellt die beiden jungen Männer vor, die Anlass für diese Segnungsfeier sind. Fabian Moser aus Worb und Florian Zbinden aus der Gemeinde Matthäus in Bümpliz. Auf Plakaten hatten sie Eindrücke und Wünsche aus ihrem Leben preisgegeben.

Zu Beginn des Festes führen die Männer aus der Gemeinde Matthäus die vielen anwesenden Frauen, Männer und Kinder aus der Altstadt, Worb und der Mennonitengemeinde in den „Raum für Männer“. Werner Welti berichtet von den Aktivitäten, von der Liebe und Güte Gottes, die in dieser Gruppe erfahrbar ist. Um die erwähnten Ereignisse eindrücklich zu belegen, erblicken wir am Schluss ein Kreuz aus vier grossen Karten, die während des Berichtes nach und nach zusammengesetzt wurden.

Der Segnungsteil von Fabian Moser und Florian Zbinden ist für mich als Teilnehmende auf einmal sehr emotional. Florian, der mir die ganzen Jahre immer eine Herzensangelegenheit war und sein wird, erhielt den gleichen Bibelvers, wie ich ihn am 22. März 1959 auch für meinen weiteren Lebensweg mitbekommen habe. Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer. Jesaja 54,10

Nicht nur für Florian, für alle jungen Menschen wünsche ich, dass Gott ihnen in jeder Lebenssituation eine starke Sehnsucht nach ihm ins Herz legt.

Lily Baumann-Steiner

United Methodist Church